10.1.2016

Heute war die sonntägliche Ruhe verbunden mit ein paar grundsätzlichen Gedanken zu unserem Projekt und zu unserem Aufenthalt hier in Prikro.

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Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Beziehungen der Menschen um uns herum verändern. Wie beim letzten Aufenthalt hat es rund eine Woche gedauert, bis sich das Erstaunen und die Schüchternheit der Kinder in mutige Neugier verwandelt haben.

Die Kinder aus dem Haus, in dem wir wohnen, die am Anfang schüchtern am Fenster standen und ab und zu ein Auge in mein Zimmer warfen, stehen jetzt ganz ohne Scheu davor, um  manchmal eine halbe Stunde einfach nur zu beobachten, was ich tue. Ab und zu sagen sie etwas auf Anoh zu mir, um meine Aufmerksamkeit zu erregen und warten auf eine Antwort, ohne sich erklären zu können, dass ich sie leider nicht verstehen kann, weil sie noch zu klein sind, um zu begreifen, was eine fremde Sprache ist.

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Während es am Anfang fast Unfälle gab, weil sich Kinder auf dem Fahrrad den Kopf nach mir verdrehten, so grüßen mich inzwischen freundlich diejenigen, die ich aus der Schule kenne und bieten mir auf der Straße ihre Hilfe an, wenn ich Gepäck bei mir habe. Die ganz Mutigen  unter ihnen sprechen mich auf  Englisch oder auf Deutsch an und freuen sich, wenn ihre Frage von mir verstanden wird.

Es ist eine interessante Erfahrung, einfach nur aufgrund der Tatsache weiß zu sein, die ganze Zeit so sehr aufzufallen. Hippolyte ist das manchmal unangenehm und er hat am Anfang Wege durchs Dorf gewählt, auf denen ich den neugierigen Blicken nicht so ausgesetzt war, aber ihm würde es in dem Dorf, aus dem ich komme, ganz sicherlich genauso gehen wie mir hier.

Neben den alltäglichen Erfahrungen reflektieren wir aber auch im wissenschaftlichen Kontext, was die Rollen, die wir im Projekt als weißer und schwarzer Projektmitarbeiter einnehmen, für unsere Arbeit und deren Ergebnisse bedeuten.

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Nach all diesen grundsätzlichen Fragen will ich Euch jetzt aber noch unsere Sandalen zeigen. Die rechts hat Hippolyte nach unserem letzten Aufenthalt vor rund einem halben Jahr in Prikro gelassen und sie biegen sich in alle Richtungen. Meine Sandalen sind erst seit einer Woche hier und bewegen sich jetzt schon in die gleiche Richtung. Mal sehen, wie sie am Ende unseres Aufenthaltes aussehen werden :).

Das Beste des Tages war, dass wir heute Abend beim König des Dorfes waren, um unsere Gastgeschenke zu überreichen. Ich würde Euch gerne davon ein Bild zeigen, aber es wäre unangemessen gewesen, nach einem Foto zu fragen.

Bis morgen!

 

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