Das Projekt

Bei unserem Vorhaben handelt es sich um ein wissenschaftliches Forschungsprojekt der Hochschule der Medien in Stuttgart in Kooperation mit der Universität Abidjan. Das Projekt wird finanziell unterstützt vom Verein der Freunde und Förderer der Hochschule der Medien.

In der Forschungsarbeit soll es um die Frage gehen, wie eine Brücke zwischen den Informationssystemen Oralität und Schriftkultur, die beide nach unterschiedlichen Regeln funktionieren und parallel nebeneinander existieren, gebaut werden und welche Rolle die Leseförderung in diesem Kontext spielen kann.

Dabei gehen wir von folgender Annahme aus:

Forschungshypothese:

Leseförderung kann in Afrika zu besseren Ergebnissen führen, wenn beide Informationssysteme, die Schriftlichkeit und die Mündlichkeit, gleich berechtigt betrachtet werden und die Förderung des Lesens und Schreibens an die Oralität, die Mündlichkeit geknüpft wird. Dabei sollen visuelle und akustische Inhalte wie Bilder, Musik und Video eine wichtige Brückenfunktion spielen. Leseförderaktivitäten sollen in Dörfern an die Griots und deren traditionelle Aufgaben angeknüpft werden.

In einem Feldversuch soll die oben formulierte Hypothese überprüft werden.

Beschreibung des Feldversuchs:

Die Kleinstadt Prikro (circa 20.000 Einwohner) liegt rund 300 km von Abidjan entfernt im Landesinneren in der Provinz N’zi Comoé. Prikro ist sehr ländlich geprägt und besteht aus rund 80 größeren und kleineren Dörfern. Es gibt in Prikro zwei Gymnasiem und fünf Grundschulen. Die Kleinstadt ist stark von der Mündlichkeit geprägt, es gibt in den Dörfern einen bzw. mehrere Griots und in der ganzen Stadt gibt es bisher keine Bibliothek.

Der Feldversuch besteht in der Einrichtung von zwei Schul-Bibliotheken an den zwei Gymnasien Prikros. In der einen Bibliothek soll mit “klassischer” Bibliotheksarbeit und Leseförderung gearbeitet werden, vor allem auf Bücher gestützt. In der anderen Bibliothek werden die Leseförderaktivitäten mit der Oralität verknüpft. Hier soll eine Brücke geschlagen werden zwischen den Formen mündlicher Überlieferung, der Schriftlichkeit und digitaler Inhalte. Dabei sollen Bilder, Videos und Musik eine wichtige Brückenfunktion einnehmen. In diesem Kontext sollen vor allem mobile Endgeräte wie Tablets und Handys zum Einsatz kommen. Es soll stark mit digitalen Medien gearbeitet werden. Hier treffen Bilder, Filme und Töne auf die Gewohnheiten von Kindern, die hauptsächlich an mündliche Traditionen gewohnt sind und in ihrem Alltag nur wenig mit schriftlichen Dokumenten konfrontiert sind, geschweige denn der Frage des Lesens zum Vergnügen. Prikro verfügt über ein ausreichend starkes Handy-Signal, um über mobile Wifi ein W-Lan für die Nutzung mehrerer mobiler Endgeräte erzeugen und in Gruppen arbeiten zu können.

In standardisierten Interviews und der Erhebung von Besucher- und Ausleihzahlen soll der Erfolg der einzelnen Aktivitäten gemessen werden.

Wer sich für mehr Informationen interessiert, kann hier das Exposé des Projekts finden:

Exposé mit Zusammenfassung-1

 

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